31. Oktober 2018 — Kaarster-Blind-Gänger Aktuell

 

Kostenloser Mobilitätsservice

 

Für blinde und hochgradig sehgeschädigte Menschen im Raum Düsseldorf/Wuppertal.

Ab sofort reiht sich auch die Region Düsseldorf/Wuppertal und Umgebung in den Reigen der neun bereits bestehenden Städte und Regionen ein und wird ein  Blindenmobil bekommen. Dies stellt ein einzigartiges Angebot für Blinde und hochgradig sehgeschädigte Menschen dar. Das Blindenmobil ist ein Fahr- und Begleitservice der ganz besonderen Art: Blinde und hochgradig sehgeschädigte Menschen werden nicht nur von A nach B gefahren, sondern auch in nichtalltäglichen Situationen unterstützt. 

Sei es bei Behördengängen, Bankgeschäften oder Facharztterminen, beim Ausfüllen von Formularen, Unterzeichnen von Dokumenten oder Zurechtfinden in fremden Gebäuden. Mit diesem deutschlandweit bisher einmaligen kostenlosen Fahr- und Begleitservice setzen die Blindenfreunde dort an, wo Routine aufhört und Unbekanntes anfängt.Der kostenlose Service schließt eine Versorgungslücke bei der Betreuung blinder und hochgradig sehgeschädigter Menschen und trägt ein Stück mehr zu einem selbstbestimmten Leben bei.

 


 

19. Mai 2018 — Kaarster-Blind-Gänger Aktuell

 

Unser Besuch beim 11. Tandem-Tag am 5. Mai 2018

 

Integration behinderter Menschen durch Sport in Neuss

"Schüler mit und ohne geistige Behinderung sollten gemeinsam Sport treiben und so Hemmungen und Berührungsängste abbauen und stattdessen erfahren, dass jeder Mensch etwas kann und auch Stärken hat. Das erste Projekt war zugleich auch Namensgeber für die Initiative. Tandems wurden angeschafft, auf denen die Sportler nicht hintereinander sondern nebeneinander sitzen und so „auf Augenhöhe“ gemeinsame sportliche Erfolge erleben." Quelle: Tandem Stiftung Burkhard Zülow

Alljährlich im Mai findet das Sport- und Familienfest "Tandem-Tag" auf Gut Gnadental statt. Jeder kann mitmachen!

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 Organisatorin Jutta Züow im Gespräch mit den Kaarster Blind-Gängern. Fotos: Andreas Woitschützke

Foto: Manuela Dolf, Margaret Reinhardt und Emanuel Stadler

Manuela Dolf, Margaret Reinhardt und Emanuel Stadler

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke im Austausch mit den Kaarster Blind-Gängern

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke im Austausch mit den Kaarster Blind-Gängern

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke im Austausch mit den Kaarster Blind-GängernLandrat Hans-Jürgen Petrauschke im Austausch mit den Kaarster Blind-Gängern

 


 

16. April 2018 — NGZ von Elisabeth Keldenich

 

Stadt unterstützt Ausbau von Blindenleitsystem

 

Der erste Aktionstag der Kaarster Blindgänger konnte Berührungsängste zwischen Blinden und Sehenden abbauen.

Der erste Aktionstag der Kaarster Blindgänger konnte sich wirklich "sehen" lassen: die Stände in der Rathausgalerie waren am Samstag gut besucht. Die kulinarische Versorgung der Besucher hatte das Kunstcafé Einblick übernommen, musikalisch umrahmte die Musikschule Mark Koll das Ganze.

"Schwarz sehen - nicht mit uns" lautete das Motto und dafür hatten die Verantwortlichen der Kaarster Blindgänger - Manuela Dolf und Margaret Reinhardt - einiges auf die Beine gestellt. In ihrem Grußwort versprach Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus, Blindenleitsysteme - notwendige Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte, die jetzt immer öfter in Kaarst zu finden sind - weiter zu unterstützen.

Große Plakate informierten über Augenerkrankungen aus der Sicht des Patienten oder gaben Tipps zur richtigen Beleuchtung für Sehbehinderte zu Hause. Raphael Netolitzky stellte zahlreiche Hilfsmittel für Alltag und Beruf vor - Computer vergrößern das Schriftbild nach Bedarf oder lesen zusätzlich den Text vor.

 Eine Braillezeile für Windows zehn ermöglicht selbstständiges Arbeiten. Eine sehbehinderte Dame testete ein Farberkennungsgerät - damit konnte sie feststellen, ob ihre Kleidung farblich harmonierte.

Steffi Jakob, durch Krankheit vollkommen erblindet, schrieb auf der als "Butterdose" genannten Blindenschriftschreibmaschine die Namen der Besucher in Braille-Schrift - den lochstreifenähnlichen Ausdruck durfte jeder mitnehmen. Daneben stanzte Wilfried Werbitzky zur Freude der Kinder Vornamen in Blindenschrift mit einem Locheisen aus und übertrug sie auf ein Holzbrett.

Mit den Ohren kann man auch lesen: Marina Brinkmann von der Westdeutschen Blindenhörbücherei in Münster brachten vielen Interessierten dieses weitgehend unbekannte kostenlose Angebot näher, das es bereits seit 1955 gibt.

"Wir haben mehr als 50.000 Bücher aller literarischen Genres", sagte sie und präsentierte die praktischen Boxen, in denen die ausgewählten CDs versendet werden - sie dienen auch zur Rückgabe. Die Hörbücherei verfügt über fünf eigene Studios, die diese Bücher produzieren - ein ärztliches Attest muss zur Ausleihe vorgelegt werden.

Spannend wurde es beim Blindenschach: Michael Beumann trat gegen Schachlehrer Wilhelm Stelter an. Das Besondere: Die schwarzen Felder des Bretts sind erhöht und die schwarzen Figuren haben alle einen Metallpin, um sie von den weißen unterscheiden zu können. Außerdem lässt sich jede Figur feststecken - umgestoßen werden kann nichts. Michael Beumann war jedenfalls sehr angetan: "Ich habe vor langer Zeit gespielt und will es jetzt nochmal ausprobieren", sagte der junge Mann mit stark eingeschränktem Sehvermögen.

Ein Arztvortrag und Informationen zur Orientierung und Mobilität rundeten den Aktionstag ab. Manuela Dolf zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Aktionstages. Er diente dazu, nicht nur Blinden und Sehbehinderten die vielen Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen, sondern auch dem Abbau von Hemmungen bei "normal" Sehenden, die sich unsicher im Umgang fühlen.

 


 

07. April 2018 — NGZ von Carolin Skiba

 

Aktionstag der "Blindgänger" soll Brücken bauen

 

Die Kaarster Initiative für Sehbehinderte und Blinde lädt für den 14. April zum Aktionstag in die Rathausgalerie.

Unermüdlich kämpfen die Kaarster Blindgänger für mehr Verständnis und Akzeptanz in der Gesellschaft. Oft sei es schlicht Unwissenheit und die Scheu vor dem Unbekannten, die einem offenen Umgang mit sehbehinderten oder blinden Menschen im Weg stünde, sagt Manuela Dolf von der Initiative. Um das zu ändern, veranstalten die Blindgänger am 14. April einen Aktionstag unter dem Motto "Schwarz sehen - nicht mit uns". Von 10 bis 14 Uhr haben Interessierte in der Rathaus-Galerie die Möglichkeit, die Welt blinder und sehbehinderter Menschen kennenzulernen. Zudem richtet sich der Aktionstag auch an Betroffene: Augenpatienten oder Angehörige, die mehr erfahren wollen - jeder kann beim Aktionstag wertvolle Informationen rund um das Thema sehen und leben mit Seheinschränkung bekommen. Betroffene, die bisher vielleicht nicht recht wussten, an wen sie sich wenden sollen, haben die Gelegenheit, die Kaarster Blind-Gänger ganz ungezwungen kennenzulernen und zu erfahren, wie sie mit ihrer Diagnose umgegangen sind. "Viele kommen nicht gut allein zurecht, die muss man dann einfach an die Hand nehmen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten", sagt Dolf. Sie und auch ihre Mitstreiter haben zu Anfang die Diagnose als Schock erlebt, gehadert, sich aber wieder zurück ins Leben und den Alltag gekämpft. "Die Grundidee unseres Zusammenschlusses war, dass wir mittlerweile ein Wissen haben, das wir weitergeben müssen. Und es kommen immer mehr Themen hinzu."

Die neuesten Themen werden im Rahmen des Aktionstages vorgestellt. Vor Ort können Hilfsmittel ausprobiert werden, Experten aus der Medizin, der Selbsthilfe, dem Rehabereich und der Hilfsmittelversorgung stehen als Ansprechpartner zur Verfügung, auch Einzelberatungen werden angeboten. Eine weitere Aktion ist zum Beispiel Blindenschach, außerdem ist die Blindenhörbücherei Münster vertreten. Fragerunden und Mitmach-Aktionen sind ebenfalls im Angebot. Das Café Einblick kümmert sich ums Catering, die Musikschule Mark Koll sorgt für Live-Musik.

Mit dem Aktionstag wollen die Blindgänger eine Brücke für Erkrankte und Nicht-Erkrankte bauen und denen eine Türe öffnen, die es brauchen. Wer mehr Informationen zu Ort, Zeit und Ablauf braucht, besucht die Internetseite der Blindgänger: www.kaarster-blind-gaenger.de

 

© Kaarster Blind-Gänger 2018

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